Mathias Wenzel Jäckel
Zu
den Werken des Barockbildhauers gehören so wichtige Werke wie die
Madonna mit dem Kind auf der Prager Karlsbrücke oder der Hauptaltar der
Heiligen Familie
in der Josephskirche (ebenfalls in Prag,
weitere Werke hier (PDF)).
Bereits
im Alter von 14 Jahren verließ der 1655 in Wittichenau geborene Jäckel seine Geburtsstadt.
Zunächst führten ihn seine Lehr- und Wanderjahre nach Schlesien, später nach
Süddeutschland und Österreich. Um ca. 1680 arbeitete er in Prag, wo er bald die 17jährige Maria Elisabeth Hylbert
heiratete.
Jäckel arbeitete häufig für Mönchsorden, so z.B. die Paulaner, die Altstädter Kreuzherren,
Zisterzienser oder Kapuziner.
Im Spätherbst 1722 arbeitet Jäckel in der Lausitz (Wittichenau und Kloster St. Marienstern).
In der Chronik des Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern berichtete man wie folgt:
“Von 1722 bis 1723 wurde in der Pfarrkirche zu Wittichenau ein neuer Hochaltar im Renaissancestil durch den Bildhauer M. Jäckel aus Prag gebaut.”
Auch in den darauffolgenden Jahren gehörte die Werkstatt Mathias Wenzel Jäckels zu den Produktivsten und Gefragtesten.
Jäckel erhielt keine Aufträge mehr aus Prag, sondern arbeitete vor allem für Kirchen und Klöster im böhmischen und mährischen Gebiet.
Durch viele Aufträge außerhalb Prags war Jäckel oft unterwegs und selten in seiner Werkstatt.
Er geriet während dieser Zeit verstärkt in finanzielle Schwierigkeiten, deren Ursachen nicht bekannt sind.
1733 verstarb seine Frau im Alter von 66 Jahren. Sein Sohn Anton
hatte wahrscheinlich schon längere Zeit die Werkstatt geleitet. Er wird als
Bildhauer genannt, wuchs jedoch nie über das Niveau der väterlichen
Werkstatt hinaus.
Am 16. Januar 1738 starb Mathias Wenzel Jäckel verarmt.
Nach einem 83jährigen Leben hinterließ er an die 90 Statuen und 20 Altäre mit zahlreichen Figuren, Engeln und ornamentalem Beiwerk.
Am 28.03.1993 wurde erstmals eine Ausstellung über den Barockbildhauer in der Stadtbibliothek Wittichenau eröffnet. Diese wurde gestaltet von der damaligen Studentin für Museologie
Jana Scholze.