Jakob Xaver Ticin

Ticinus Jacobus Xaverius Ticinus wurde am 1.August 1656 als Sohn eines Kesselschmiedes in Wittichenau geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Neiße (Schlesien) trat er 1673 in den Jesuitenorden in Prag ein. Während dieser Zeit besuchte er mehrfach seine Heimatstadt und besonders auch den Wallfahrtsort Rosenthal. Zeitweilig hielt er sich auch im Kloster Osseg (Nordböhmen) auf.

1679 wurde er Lehrer in Neiße und 1683 ging er wieder nach Prag. Ab 1688 arbeitete er in Komotau. Während der Türkenkriege wurde er Feldkaplan in der Armee von Prinz Eugenius. Während der Belagerung Belgrads kam er am 17.April 1693 im Alter von 37 Jahren ums Leben.

Am 12.10.1994 wurde in einer Stadtratssitzung die Benennung einer Straße „Ticinplatz“ und am 23.11.1994 die Widmung des Ticinplatzes in einer weiteren Stadtratssitzung beschlossen.

Wichtige Werke

Im Jahre 1679 (Ticin war damals 23 Jahre alt) erschien seine Grammatik der obersorbischen Schriftsprache „Principia linguae wendicae, quam aliqui wanalicam vocant“ in Prag. Es handelte sich um die erste gedruckte sorbische Grammatik überhaupt, in welcher die entsprechende Norm derjenigen Variante der sorbischen Schriftsprache kodifiziert ist, mit deren Hilfe erklärtermaßen die Rekatholisierung der Lausitzen betrieben werden sollte.

Diese Grammatik erschien 1985 als fotomechanischer Neudruck im Domowina-Verlag. Weiterhin verfasste er im Jahre 1692 in Prag die Geschichte der Kirche zu Rosenthal (gleichzeitig älteste überlieferte Chronik von Wittichenau „Epitome historial Rosenthalensis“), sowie einen kleinen Katechismus.