Georg August Swotlik
Georgius Augustinus Swotlik wurde am 23. Januar 1650 als Sohn eines Stadtbürgers in Wittichenau geboren.
Von 1666 bis 1670 besuchte er das Gymnasium in Böhmisch-Krumau (Český Krumlov) und wurde 1670 in den Olmützer Konvikt aufgenommen, wo er 1675 die Priesterweihe erhielt.
Seine theologischen Thesen widmete er, genau wie später (1679 und 1687) auch Ticin, der Rosenthaler Muttergottes.
Gefördert worden war Swotlik, ebenso wie Ticin, von dem Wittichenauer Kaplan und späteren Pfarrer Joannes Ferdinandus Serbin.
Nach der Priesterweihe wirkte Swotlik zunächst als Kaplan in Jachymov und Radonice in Böhmen, war 1678-1682 Vikar im Bautzener Domkapitel, 1682-1683 Koadjutor in Wittichenau, 1683-1707 Pfarrer in Radibor, 1707-1717 canonicus residens und von 1717 bis zu seinem Tode am 23.Februar 1729 Senior des Bautzener Domkapitels.
Swotlik war neben Ticin praktisch der einzige sorbische Literat, der die Wittichenauer Version der katholischen Variante der obersorbischen Schriftsprache in seinen Publikationen verwendete und (genau wie Ticin) über die Einhaltung ihrer Normen bis zu seinem Tode sorgsam wachte.
Vor 1699 schuf Swotlik das erste, im Jahre 1721 gedruckte, sorbische
Wörterbuch: das „Vocabularium latino-serbicum“, sein wohl bedeutendstes
Werk.