Geschichtliches: Spohla ist in seiner historischen Entwicklung aus einer slawischen Siedlung (um 1050) und einer germanischen Niederlassung (um 1300) entstanden. Bis in die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts gab es ein Alt- und Neu-Spohla. Die erste urkundliche Erwähnung als Spole stammt aus dem Jahr 1374. Aus der germanischen Besiedlung ist der Ort als „Sackgassendorf“ ohne durchführende Straße angelegt, was heute noch im Ortskern erkennbar ist.
1827, so meldet die Chronik, ist die Spohlaer Windmühle abgebrannt. Mit Ober- und Untermühle gab es also damals drei Mühlen. Spohla muss ein stattliches Dorf mit ertragreicher Landwirtschaft gewesen sein, in dem es genügend Getreide zu mahlen gab.
Böse Zeiten brachten die Weltkriege, in schrecklicher Erinnerung sind die Tage von März bis April 1945. Aus dem Nazi-KZ Groß Rosen bei Niesky wurden ungefähr 500 ausgemergelte und scharf bewachte Häftlinge gebracht. Sie wurden in zwei Scheunen eingepfercht, viele starben qualvoll.
Bedrückend war das letzte Jahrzehnt der DDR. Geologische Erkundungsbohrungen hatten im Gebiet zwischen Spohla und Zeißholz Braunkohleflöze nachgewiesen, die der DDR-Energiewirtschaft dienstbar gemacht werden sollten. Deshalb war das ganze Gebiet unter Bergbauschutz gestellt. Das früher blühende Dorf schien zum Sterben verurteilt.
Seit 1990, als nach bundesdeutschem Bergbaurecht der Bergbauschutzstatus aufgehoben wurde, zeigt sich hoffnungsvoller Schwung im Dorf. In den Jahren 1993 bis 1996 konnten in Spohla, mit Einbindung des Ortes in das sächsische Dorfentwicklungsprogramm, viele Maßnahmen im kommunalen und privaten Bereiche durchgeführt werden. Seit 1995 ist Spohla nach Wittichenau eingemeindet.
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