Maukendorf (Mučow)

An der B 96, knapp 5 Kilometer von Wittichenau entfernt, liegt Maukendorf.
Nahe beim Dorf fließt das Schwarzwasser. Der Ortsname deutet auf einen Personennamen als Ursprung, etwa „Dorf des Mauke“ oder geht auf das sorbische Wort mučow (= düster, trübe) zurück.


Geschichtliches: Feuersteinfunde sind vermutlich einer Siedlung der mittleren Steinzeit zuzuordnen. Sie zeigen, dass vor etwa 8000 Jahren schon Menschen hier lebten. Auf ein Gräberfeld der Bronzezeit weisen drei Tongefäße hin.

Bemerkenswert ist ein Skelettfund, der beim Bau der Badeanstalt bei Knappenrode nahe des Schwarzen Grabens zutage kam. Den beigefügten Tongefäßen nach ist der Tote im 14. oder 15. Jahrhundert hier bestattet worden. Zwischen die Kiefer waren der Leiche zwei längliche Eisenstücke geschoben, die Arme lagen auf der Brust in einer Stellung, die eine Fesselung vermuten lassen.

Diese Umstände deuten darauf hin, dass es sich um das Skelett eines sogenannten Wiedergängers handelt, von dem seine Zeitgenossen fürchteten, dass er nach der Bestattung noch sein Unwesen treiben und seinen Mitmenschen Schaden zufügen könnte.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf 1568. Zur Zeit der Befreiungskriege waren hier 50.000 Soldaten stationiert. Im Jahre 1880 lebten in Maukendorf 162 Einwohner.
Kurz vor dem 1. Weltkrieg fing die Kohleerschließung an, die Brikettfabrik in Knappenrode wurde gebaut. In dieser Zeit fanden viele Bauern neue Arbeit im Tagebau oder in der Brikettfabrik. Als erste gesamtbäuerliche Produktions-genossenschaft war Maukendorf im Jahre 1958 in der ganzen Lausitz bekannt.

Nach dem Ende der Braunkohlezeit in und um Maukendorf hat sich das Dorf als Tor zum Naherholungsgebiet am Knappensee gewandelt und Feuerwehr mit Dorfclub sorgen für den Erhalt der traditionellen Bräuche und Sitten. Seit 1994 ist Maukendorf ein Ortsteil von Wittichenau.

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