An der Straße von Kotten nach Cunnewitz steht eine steinerne Bildsäule, die im Volksmund „Totes Mädchen“ heißt.
In der Chronik vom Geistl. Rat Franz Xaver Schneider, abgedruckt im Wittichenauer Wochenblatt 1878, kann man folgendes lesen: Bald nach der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ereignete sich jene schauerliche blutige Tragödie am Wege zwischen den Dörfern Konwitz (Cunnewitz) und Kotten, deren Örtlichkeit heute noch im Volksmunde als „Totes Mädchen“ (morwa halćka) bezeichnet wird.
Der Erbrichter und Schänker Jakob Scholze aus Konwitz galt als der reichste Mann in der ganzen Wittichenauer und Crostwitzer Kirchgemeinde. Er hatte mit seiner Ehefrau Ursula ein einziges Kind Maria, 17Jahre alt, blühend schön und fromm, die Freude und der Stolz der Eltern. Der Vater hatte für seine geliebte Tochter in Bautzen bei einem Goldschmied einen Haarschmuck fertigen lassen: 12 Ducaten mit Henkeln versehen, welche, mit einem grünen Band in das Haargeflecht gewunden, ihm den Schein eines Kranzes mit 12 goldenen Rosen gab. An einem Sonnabend hatte der Vater den theuern Haarschmuck aus Bautzen heimgebracht.
Für den folgenden Sonntag aber war die Tochter bei dem Erbrichter Matthias Scholze in Kotten zur Pathenschaft eingeladen. Sonntags nach der Vesper sammelten sich die jungen Freundinnen Marias in der Konwitzer Scholtissei, um den neuen goldenen Schmuck, dessen Ankunft bereits im Dorf bekanntgegeben war, zu bewundern und die junge Pathin als Druschka anzukleiden.
Es war aber an demselben Sonntage mittags in der Schänke des Konwitzer Erbgerichts ein böhmischer Bettler eingekehrt, ein verabschiedeter Soldat aus dem Kriege, welcher öfters die wendischen Dörfer durchstreifte, denn er bekam überall ein reichliches Stück Brot und ein gutes Stück Geld. Als die geschmückte Jungfrau ...