Günter Särchen
Die Kindheit des 1927 in Wittichenau geborenen Günter Särchen war geprägt von den Kulturen der deutsch-sorbischen Oberlausitz.
In den letzten Kriegsmonaten wurde Särchen einberufen, kam in Gefangenschaft, überlebte das
Kriegsgefangenenlager Bad Kreuznach schwer erkrankt. Nach dem Krieg engagierte er sich sofort in der katholischen Jugendarbeit;
auch in der FDJ sah er anfangs eine große Chance, einen aktiven Beitrag zur Gestaltung eines besseren Deutschlands zu erbringen.
Doch bereits Anfang 1947 durchschaute er den einseitigen stalinistischen Charakter dieser Organisation;
es gab erste Verhöre durch sowjetische Politoffiziere.
1952 schloss er in Westberlin sein Studium als Dipl.-Sozialpädagoge ab, später
baute er in Magdeburg eine eigene Medienstelle für alle katholischen
Jurisdiktionsbezirke in der DDR auf, welche er auch bis zur Invalidisierung 1984 leitete.
Seit 1950 publizierte er als freier Mitarbeiter im St. Benno-Verlag verschiedene Veröffentlichungen
und war Mitherausgeber der ersten katholischen Jugendzeitschrift, die
bereits 1953 verboten wurde.
Im Jahre 1985 musste er nach zwei längeren Zuführungen durch die Stasi mehrere Wochen auf der Intensivstation
im Krankenhaus zubringen.
1987 schied er aus dem Seelsorgeamt Magdeburg endgültig aus, nicht nur aus
gesundheitlichen Gründen, sondern auch wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem neuen Vorgesetzten, der Särchens Engagement für Polen nicht mehr unterstützen wollte.
Als einer der Begründer der Stiftung „Kreisau" setzte er sich weiter für Verständigung zwischen den Völkern
ein.
1990 erhielt er für sein Engagement um die deutsch-polnische Versöhnung
die höchste polnische Auszeichnung, das Kommandeurskreuz.
Zwei Jahre später wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Günter Särchen blieb seiner Heimatstadt immer eng verbunden.
In den letzten Lebensjahren zog sich Günter Särchen immer mehr zurück und hielt
nur noch sporadisch Vorträge zum Thema Polen. Günter Särchen starb am 19. Juli 2004 in seinem Heimatort Wittichenau.
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