Ostern

Christus ist auferstanden

Diese Botschaft wird in der Osternacht nicht nur in den katholischen Kirchen der Oberlausitz verkündet. Für Christen in der ganzen Welt ist Ostern eines der wichtigsten Feste im Jahreskreis.
Und doch wird dieses Fest in Ralbitz, Crostwitz, Panschwitz, Radibor, Storcha, Bautzen und in Wittichenau auf besondere Weise zelebriert.

Reiterprozessionen am Ostersonntag führen seit 1541 ins benachbarte Ralbitz, während sich der Gegenzug von dort nach Wittichenau bewegt. Oft gehören mehr als 400 Pferde zu einem Zug. Die Wurzeln dieses Brauchs sind in vorchristlichen Flurumritten zu suchen.
Später hat man die Prozessionen mit den Kreuzzügen in Verbindung gebracht, in den Tüten mit Süßigkeiten, die die Reiter den Kindern mitbrachten, waren früher Kandiszuckerstücken, die Steinchen vom Heiligen Grab bedeuten.

Kreuzreiter
haben's nicht leicht! Schon Wochen vorher müssen sich die Reiter um eher weltliche Dinge kümmern: So übersteigt die Anzahl der benötigten Pferde das Angebot in der Region um ein Vielfaches; deshalb kommen Pferde aus ganz Deutschland am Osterwochenende in die Lausitz.
Stallungen und Futter müssen organisiert werden. Ein Gehrock (Frack, Sattel und prachtvolles Geschirr (Zaumzeug) gehören zur Ausstattung eines jeden der ca. 1300 Osterreiter.

Insiderwissen
Ein Reiter, der zum ersten Mal am Osterreiten teilnimmt, trägt ein Myrtenkränzchen am Frack. Ist dieses Kränzchen silbern, so feiert der Reiter sein 25 Jubiläum. Gold bedeutet: 50. Jubiläum. Ist die sonst bunt bestickte Schleife am Schweif des Pferdes in Schwarz, deutet das auf einen Trauerfall in der Familie hin.

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