Adalbertstift Wittichenau1862 kamen auf Antrag des Magistrats und des Pfarrers Franz Schneider sowie mit besonderer Regierungserlaubnis vier Barmherzige Schwestern (Borromäerinnen) aus Neiße nach Wittichenau.
Zwei übernahmen als staatlich geprüfte Lehrerinnen die obere und mittlere Mädchenklasse, während die beiden anderen Schwestern das Hauswesen und die ambulante Krankenpflege in der Stadt besorgten. Sie sorgten für Ordnung in den Kirchen, veranstalteten Christfeiern für die Kinder der Ärmsten und nahmen Waisenkinder auf.

1863-1865 war als Kaplan Robert Krause in Wittichenau. Er erkannte, dass das kleine Privathaus nicht den Ansprüchen genügte und er trug sich mit dem Gedanken, eine Anstalt zur Erziehung von Waisenkindern zu gründen und ein Asyl für einheimische und auswärtige Kranke zu schaffen. Diese Pläne blieben zunächst im Schubfach.

1871-1878 erließ der preußische Staat eine Reihe von Gesetzen, in denen u.a. jede erzieherische Tätigkeit den katholischen Orden verboten wurde.

1877 erging auch das Verbot, die Waisenkinder zu beherbergen.

1882 wurde Robert Krause Administrator 1889 wurde Robert Krause Pfarrer in Wittichenau und konnte endlich seine Pläne in die Tat umsetzen.

1893 Grundsteinlegung

1895 zogen nach 2jähriger Bauzeit die Schwestern und mit ihnen gleichzeitig die Waisenkinder und Kranken in das Haus ein. Erste Oberin wurde Schwester M. Xaveria Engler, welche noch im September d. J. starb. Ihr folgte Schwester M. Bonislawa Wagner bis 1921. Als ärztlicher Berater fungierte bis zu seinem Tode 1921 Sanitätsrat Dr. med. Weinert.

1896 erfolgte der Anschluss einer Spielschule (Kindergarten), in welcher im Laufe des ersten Sommers 30 Kinder gehegt wurden.

Ende 1896 ging das Grundstück in den Besitz der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus über. Pfarrer Krause übergab es unter der Bedingung, die restlichen Bauschulden zu übernehmen.

1910 wurde das Waisenhaus gebaut (jetzt Seitenhaus)

1921 folgte unter der neuen Oberin Schwester M. Bartolomäa die Erweiterung des Krankenhausbetriebes durch einen inneren Umbau. Das Krankenhaus verfügte jetzt über 50 Betten, Operationssaal, Laboratorium, Röntgenapparat, Behandlungszimmer mit Höhensonne, Sollux, Diathermie usw.

1922 starb Geistl. Rat Robert Krause (Erbauer) im Alter von 86 Jahren. 1923 übernahm Dr. med. Nitzpon die Leitung des Hauses

1928 kam durch Kauf das Altersheim hinzu 1930 erfolgte mit Dr. med. Fischer aus Kamenz die Einsetzung eines Chefarztes unter der Oberin Schwester M. Leona. Dr. Nitzpon war weiterhin tätig 1942 im dritten Kriegsjahr baute Oberin M. Oswalda Rosignal das Waisenhaus zur Isolierstation um.

Im Mai 1945 nahm die polnische Armee das Krankenhaus bis zum 23. August d. J. in Besitz und alle Insassen einschließlich Schwestern mussten das Haus verlassen. Schwerkranke und Verletzte wurden in einem Privathaus untergebracht.

Am 23. August 1945 konnten die Schwestern zurückkehren, aber der Chefarzt Dr. Fischer war nach Coburg geflüchtet und nahm seine Tätigkeit nicht mehr auf. Nachfolger wurde Dr. med. Kurt Jausly, Facharzt für Chirurgie und früherer Direktor des großen Knappschaftskrankenhauses in Hindenburg (O/S). Das Krankenhaus wurde wieder Mittelpunkt der medizinischen Betreuung in der ganzen Umgebung.

1947 starb Oberin M. Oswalda und es kam bis 1948 Schwester Narzissa Juschke als Nachfolgerin. Sie ließ die Kapelle vergrößern und als Folge der Ausweisung vieler Schwestern aus Schlesien mussten neue Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden. So baute man notdürftige Schlafzimmer und ein Refektorium auf dem Heuboden über der Waschküche.

1950-1959 residierte Oberin M. Humilana Vitzky

1952 zum 300jährigen Jubiläum des Ordens wurde ein weiterer Bauabschnitt beendet. Der ehemalige Zwischenbau zwischen Hauptgebäude und Landwirtschaft wurde aufgestockt und zur Säuglingsstation, die Landwirtschaft verlegte man in die August-Bebel-Straße, Wäschereimodernisierung und Umbau der landwirtschaftlichen Gebäude zwecks Erweiterung des Altenheimes folgten.

1958 verunglückte Dr. Kurt Jausly bei einem Verkehrsunfall tödlich Sein Nachfolger wurde Dr. med. Decker. Da die Stadt keine Arztwohnung stellen konnte, mussten die Waisenkinder leider nach Mengelsdorf verlegt werden.

1959-1965 kam es unter Schwester Oberin M. Paulina Ruhnke zu vielen technischen Veränderungen: 2. Arbeitszimmer für Pflichtassistenten; 1960 neuer OP-Tisch (Heidelberg) und Zeiß OP-Lampe  1964 komplette Siemens-Röntgendiagnostik, nach damaligem Stand der Röntgentechnik führende Stellung in der DDR

1964 entstand der Plan zur Errichtung eines neuen Schwesternheimes, die Antragstellung folgte 1965 und mehrfach lehnte der Staat ab

1965 wurde Schwester Petrussa Richter Oberin

1966 legten alle 33 Schwestern des Konvents eine neue Ordenstracht an.

1967 entstand eine neue Trafostation 1968 unter Schwester Oberin M. Herluka Stania zählte der Kindergarten 180 Kinder und das Krankenhaus beschäftigte 64 zivile Arbeitskräfte.

1969 wurde die Trafostation für das geplante Schwesternheim fertiggestellt.

1971 kam endlich die Zustimmung (zum Bau des Schwesternheimes) aber nur unter der Bedingung, dass nach Vorstellungen des Rat des Bezirkes im Zuge der Sozialisierung und Zentralisierung des Gesundheitswesens per 1. Juni 1974 eine Umprofilierung nach folgendem Muster erfolgt: • 30 Betten für chronisch Kranke; • 30 Betten fürs Pflegeheim; • 40 Betten fürs Altersheim. Der Orden akzeptierte unter der Bedingung, dass die ambulante Betreuung der Bevölkerung fortgesetzt werden könnte. 1972 Grundsteinlegung des Schwesternheimes

1973 Verabschiedung von zweiter Ärztin Frau Dr. med. Rößler; Chefarzt stellt Aufhebungsantrag; Übergabe des Personenfahrstuhls; Im Dezember ging schließlich der Chefarzt, die Betreuung des Pflegeheimes übernahm vorübergehend Frau Dr. med. Jausly

1974 Einweihung des neuen Schwesternheimes am 30. Januar; Dies brachte eine schwere Enttäuschung für alle Schwestern, denn es wurde bekanntgegeben, dass der Rat des Kreises und der Rat der Stadt Wittichenau die ambulante Sprechstunde im Krankenhaus ablehnte. Damit war eine Zweckentfremdung, entgegen den ursprünglichen Gründungsabsichten des Hauses zur medizinischen Versorgung der umliegenden Bevölkerung, eingetreten. Eine ganze Reihe von Bewerbungen von Ärzten konnte nicht angenommen werden, da der Staat die ambulante Praxis ablehnte.

1976 wurde das Gebäude von Pflegepraktikantinnen und Aspiranten für Kindergärtnerin genutzt; Schwester M. Agroda wurde Oberin, verstarb aber noch im selbem Jahr

1977 Schwester Lydia Paulick Pawlick übernahm das Amt der Oberin

1982 wurde Schwester M. Elisabeth Stief Oberin; Eine Vielzahl von Bauanträgen wurde in den letzten Jahren des SED-Regimes ständig abgewiesen, so dass nur sporadische Veränderungen möglich waren.

1997 Fertigstellung des Neubaus

2000 Sanierung und umfangreiche Modernisierung des Altbaus